Warum ein Zuhause mehr hilft als jedes Heim: Housing First

Jeder Mensch, der Hilfe sucht, bekommt in Villach auch Hilfe. Dabei ist es wichtig zu unterscheiden, in welcher Situation sich jemand befindet. Obdachlosigkeit beginnt oft leise: eine Kündigung, eine Krankheit, eine Trennung. Wer seine Wohnung verliert, verliert nicht nur vier Wände, sondern auch Sicherheit, Struktur und Perspektive.

Ein Bett für eine Nacht kann in akuten Situationen helfen – es ersetzt jedoch kein Zuhause. Manche Menschen wollen keine Unterkunft in Anspruch nehmen oder sind nur auf der Durchreise. Für sie stehen in Villach Notschlafzimmer als kurzfristige Notlösung zur Verfügung. Diese Angebote stellen sicher, dass niemand schutzlos bleiben muss. Doch die eigentliche Frage lautet nicht, wie Menschen eine Nacht überstehen, sondern wie sie wieder dauerhaft ein Zuhause finden.

Genau hier setzt Housing First (Wohnen zuerst) an. Das Prinzip ist einfach und wirkungsvoll: Menschen erhalten zuerst eine eigene Wohnung und zeitgleich beginnt die soziale Begleitung. Internationale Erfahrungen zeigen klar, dass dieser Ansatz funktioniert. Studien belegen, dass über 90 Prozent der Betroffenen dauerhaft in ihrer Wohnung bleiben.

Auch die SPÖ Villach setzt auf diesen Weg. Statt Menschen von Notlösung zu Notlösung zu schicken, wird auf Wohnraum und individuelle Begleitung gesetzt. Für akute Situationen ist gesorgt, doch die langfristige Antwort lautet: Wohnung statt Notbett. Damit wird Obdachlosigkeit nicht verwaltet, sondern überwunden.

Warum die Konzepte von Grünen und ERDE zurück in alte Denkmuster führen

In der politischen Diskussion prallen derzeit zwei sehr unterschiedliche Denkmuster aufeinander. Die Grünen und Verantwortung Erde setzen vor allem auf klassische Unterbringungsmodelle. Gemeint sind größere Heime, Massenquartiere und Schlafplätze in Mehrbettzimmern, oft mit wenig Privatsphäre, festen Regeln und kaum Rückzugsmöglichkeiten. Dieses Denken folgt der Idee, möglichst viele Betten bereitzustellen, um Menschen „unterzubringen“.

Genau darin liegt das Problem. Wer Obdachlosigkeit mit Betten in Sälen beantwortet, bekämpft nicht die Ursache, sondern verwaltet die Not. Massenquartiere schaffen Unruhe, Konflikte und Abhängigkeit. Viele Betroffene berichten, dass sie sich dort weniger sicher fühlen als auf der Straße. Statt Stabilität entsteht ein Kreislauf aus Einweisung, Abbruch und Rückzug.

Die SPÖ Villach verfolgt bewusst einen anderen Ansatz. Statt Menschen in Sammelstrukturen unterzubringen, setzt sie auf Wohnraum, Eigenständigkeit und Perspektive. Der Fokus liegt nicht auf Kontrolle, sondern auf Vertrauen. Dieser Zugang orientiert sich an internationalen Erfahrungen und an der klaren Erkenntnis, dass Obdachlosigkeit nicht mit mehr Betten gelöst wird, sondern mit mehr Wohnungen.

Ein Schlüssel verändert Leben

Housing First kehrt das alte Denken um. Nicht erst Ordnung verlangen, sondern Ordnung ermöglichen. Erst ein eigenes Zuhause schafft Ruhe, Sicherheit und die Grundlage für Veränderung. Deshalb setzen immer mehr Städte in Europa auf diesen Weg.

Villach verbindet akute Hilfe mit langfristiger Verantwortung. Wenn Menschen Schutz brauchen, ist Hilfe da. Wenn Menschen Zukunft brauchen, wird Wohnraum geschaffen.

Denn manchmal braucht es nicht viel, um ein Leben zu verändern.
Manchmal reicht ein Schlüssel.

Notschlaf-Hotline der Stadt Villach:
04242 29 000

Referenzen/Quellen

Die Wirksamkeit von Housing First ist wissenschaftlich belegt. In Österreich wurde der Ansatz unter anderem vom Institut für Immobilien, Bauen und Wohnen (IIBW) gemeinsam mit VinziDach Salzburg evaluiert. Die Studie zeigt, dass rund 93 Prozent der betreuten Personen dauerhaft in ihrer Wohnung bleiben. Weitere Bestätigungen liefern die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe (BAWO) sowie das Sozialministerium im Rahmen des Programms Wohnschirm Housing First. Auf europäischer Ebene verweisen Analysen von FEANTSA und Housing First Europe auf erfolgreiche Umsetzungen in Ländern wie Finnland, Dänemark und Irland, wo Wohnungslosigkeit nachhaltig reduziert werden konnte.