Villach. Die Preise für Lebensmittel sind in den vergangenen Jahren spürbar gestiegen. Für viele Haushalte in Kärnten bedeutet das: weniger Spielraum, mehr Druck, mehr Verzicht. Vor diesem Hintergrund setzt die SPÖ in der Bundesregierung auf eine konkrete Maßnahme: Die Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel soll von 10 auf knapp 5 Prozent gesenkt werden. Nun hat die Bundesregierung entsprechende Schritte angekündigt.
Ein sozialpolitischer Hebel in der Teuerungsdebatte
SPÖ-Vorsitzender und Vizekanzler Andreas Babler hat die Senkung der Lebensmittel-Mehrwertsteuer mehrfach als wirksames Instrument gegen die Teuerung bezeichnet. Ziel ist es, die Kaufkraft der Menschen zu stärken und jene zu entlasten, die einen großen Teil ihres Einkommens für den täglichen Einkauf aufwenden müssen. Auch Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ) verweist darauf, dass Entlastung dort ansetzen müsse, wo sie im Alltag unmittelbar spürbar ist.
Was die Maßnahme tatsächlich bringt
Die geplante Reduktion bedeutet in der Praxis eine reale Preissenkung von rund 4,55 Prozent bei den betroffenen Produkten. Das klingt technisch, ist aber im Alltag messbar.
Ein Single-Haushalt mit etwa 200 Euro Lebensmittelkosten pro Monat würde rund 109 Euro pro Jahr sparen.
Ein Haushalt mit drei Personen und rund 500 Euro pro Monat käme auf eine jährliche Entlastung von etwa 273 Euro.
Für viele Familien ist das kein Detail, sondern ein zusätzlicher finanzieller Spielraum – etwa für gesündere Ernährung, Kinderbedarf oder unerwartete Ausgaben.
Unterstützung aus dem Sozialbereich
Soziale Organisationen wie die Volkshilfe und andere Einrichtungen aus dem Armuts- und Menschenrechtsbereich begrüßen den Vorstoß. Sie weisen seit Jahren darauf hin, dass leistbare Ernährung Teil der sozialen Grundversorgung ist. Steigende Lebensmittelpreise treffen vor allem Menschen mit niedrigen und mittleren Einkommen – hier setzt die SPÖ gezielt an.
Kritik aus der Opposition
Nicht alle Parteien teilen diese Einschätzung. Die FPÖ spricht von „Symbolpolitik“ und fordert stattdessen strukturelle Maßnahmen gegen die Teuerung. Auch aus den Reihen von ÖVP und NEOS wird auf die Budgetlage verwiesen und vor Mitnahmeeffekten im Handel gewarnt
Die SPÖ hält dagegen: Gerade deshalb brauche es klare Regeln, Transparenz und Kontrollen, damit die Entlastung weitergegeben wird. Außerdem sei Nichtstun angesichts der Preisentwicklung keine Option.
Bedeutung für Kärnten und Villach
In Kärnten, wo viele Haushalte mit steigenden Lebenshaltungskosten kämpfen, könnte die Maßnahme spürbare Wirkung entfalten. Mehr Geld im Börsel bedeutet nicht nur Entlastung für Familien, sondern auch mehr Kaufkraft in der Region – ein Aspekt, der für den lokalen Handel nicht unwesentlich ist.